HALLO JANA #2

TAKE A BREAK

WARUM AUCH GRÜNDER AUSZEITEN BRAUCHEN

Ich packe meinen Koffer und packe ein: ein Badetuch, eine Sonnenbrille, was zu lesen… und meinen Laptop! Wenn es euch auch so geht, gehört ihr wahrscheinlich zu der Gruppe der Gründer. „Selbst und ständig“, sagte meine Mutter immer. „Wenn du dein eigenes Unternehmen hast, hast du keinen Auszeiten“ und „Als Gründer verabschiedest du dich für mindestens drei Jahre von deinem Urlaub“.

Hallo mein Name ist Jana und solche oder so ähnliche Sätze begleiten mich seit zwei Jahren – ab dem Moment, wo ich mich für den Weg der Gründerin entschieden habe. Aber muss das wirklich so sein?

Der 24/7-Gründer

Es stimmt, dass du als Gründe überproportional viel arbeitest. Um genau zu sein, arbeitest du 24/7. Denn, auch wenn du nicht bei der Arbeit bist, arbeitet dein Kopf: passen die Zahlen, habe ich die Mail geschickt, habe ich noch was vergessen? Als Gründer abzuschalten, ist alles andere als leicht. Arbeitszeiten gibt es hier nicht. Es geht schließlich um DEIN Unternehmen.

Dabei tun gerade Auszeiten dir und deinem Unternehmen gut. Für deinen Körper, deine Seele und deine Motivation ist es wichtig, dir auch mal eine Auszeit zu gönnen und Abstand „zu deinem Baby“ zu gewinnen.

Wen du zu lange zu intensiv an etwas arbeitest, verlierst du schnell den Blick für das Wesentliche. Du verrennst dich in unwichtige Details, verbeißt dich und drehst dich im schlimmsten Fall um kleine Probleme, für die es augenscheinlich keine Lösungen gibt. Die Folge: du bist unkonzentriert, genervt und willst im worst case alles hinschmeißen. Ich kenne diesen Moment gut und – Hand aus Herz – du kennst ihn bestimmt auch. Solche Situation können vor allem für junge Unternehmen gefährlich werden.
Es nutzt nichts, sich sprichwörtlich den Arsch aufzureißen, wenn du gleichzeitig den Spaß an der Sache verlierst und dein Tun hinterfragst. Damit tust du niemanden einen Gefallen – vor allem dir als Gründer nicht.

Vier Punkte, die ich lernen musste bzw. noch lerne

1. Höre auf deinen Körper (PS: du hast nur diesen einen…)

Ich weiß, da ist diese eine wichtige Sache, die unbedingt heute noch fertig gemacht werden muss. Du stehst unter Hochdruck und die Zeit sitzt dir im Nacken. Jetzt ist der Moment gekommen, erst mal einen Schritt zurückzutreten. Atme tief durch und hör’ mal ganz tief in dich hinein. Dein Kopf ist kurz vorm Explodieren und einen klaren Gedanken kannst du seit zwei Stunden eh nicht mehr formulieren. Anstatt sich auf Biegen und Brechen durch die Aufgabe zu kämpfen, klapp den Laptop zu, geh spazieren oder mach eine Pause mit netten Menschen. Fünf Minuten für dich bewirken wahre Wunder. Hört sich wie eine Glückskeksweisheit an – ist es auch, hilft aber trotzdem.

2. Du musst nicht immer erreichbar sein

Leider gehöre ich auch zu der Kategorie Mensch, die nachts und am Wochenende noch Mails an ihre Kunden und Kollegen schreibt. Ist zwar nett, aber was soll das? Auch als Gründer bist du nicht 24/7-aktiv und solltest das auch nicht deinen Kunden vermitteln oder gar von deinen Kollegen erwarten.
Versuche die Abende und Wochenenden zu nutzen, um Qualitytime mit deiner Familie und deinen Freunden zu verbringen. Auch wenn das heißt, dass du wie ein Käfer auf dem Rücken den ganzen Sonntag über mit Netflix verbringst. Der nächste Arbeitstag kommt bestimmt und dann kannst du dich wieder austoben.

3. Lerne loszulassen und abzugeben (egal wie weh es tut…)

Das schmerzhafteste, was ich in den letzten zwei Jahren lernen musste, war die Tatsache, dass dein Unternehmen auch OHNE DICH weiterläuft und du nicht überall dabei sein musst, damit Dinge funktionieren. Dein Unternehmen fängt nicht sofort Feuer, sobald du nur einen Gedanken an das Thema Auszeit verschwendest und es wird dir auch nicht hinterrücks gestohlen, wenn du nur mal kurz durchatmest. Das ist eine der schwersten – aber auch wichtigsten Lektionen, die ein Gründer lernen muss. Denn genauso wichtig es ist, sich mit ganzem Herzblut und ganzer Leidenschaft seiner Unternehmung zu widmet, genauso wichtig ist es zu lernen, auch mal loszulassen und anderen zu vertrauen. Nur so schaffst du dir selber die Basis für deine Auszeiten.

4. Urlaub mit Spielregeln

Aktuell muss ich diesen Punkt noch drin lassen, da ich noch nicht soweit bin, ohne Laptop in den Urlaub zu fahren. Ziel sollte aber sein, irgendwann komplett abschalten zu können und ohne Handy oder Laptop zwei Wochen verreisen zu können. So habe ich aber mit meinem Partner vereinbart, immer ein paar Stunden im Urlaub arbeiten zu können. Im Gegenzug bleibt dann aber das Handy bei (Strand-)Ausflügen im Zimmer.

Zum Schluss…

„Ich bin ein Krebs und ich krebse… du eine Möwe im Licht… Es gibt noch so viel zu erleben…“ während ich diese Zeilen schreibe läuft im Hintergrund „Steven Seagull“ der Band Frittenbude. Gerade habe ich diesen Beitrag fertig geschrieben. Jetzt sitze ich auf einem Balkon im Süden Spaniens, starre in den zunehmend verblasenden Himmel und erwarte den Sonnenuntergang – in diesem Sinne, Zeit abzuschalten.

Bis zum nächsten Mal,
Eure Jana

Jana

Jana

Founder

Co-Founder, Ideengeber und Kreativer Kopf hinter CoWorkPlay. Die 32-Jährige gelernte Trendforscherin hat russische Wurzeln und lebt seit 12 Jahren mit ihrem Partner im schönen Frankfurt.

CoWorkPlay goes MyZeil

Coworking Space

Eltern-Kind-Coworking

Eventlocation