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HALLO JANA #1

AUS DEM LEBEN EINER GRÜNDERIN

VON ANFANGSCHWIERIGKEITEN UND WELTHERSCHAFTSGEDANKEN

Es ist Sonntag. Während ich diese Zeilen schreibe sitze ich auf dem Boden meines Wohnzimmers. Der Laptop steht am Rande des Sofas. Nebenher läuft ein Teil aus der Harry Potter Reihe als Hintergrundbeschallung. Hallo, mein Name ist Jana.

Wo fängt man am Besten an, wenn dich jemand fragt, was es bedeutet ein Gründer zu sein?

Ich gebe euch mal ein bisschen Hintergrundwissen: die Idee, eines Tages etwas Eigenes zu machen, trage ich seit meinen frühen Jugendtagen mit mir rum. Das muss ich damals schon mit der Muttermilch zu mir genommen haben. So sind sowohl meine Mutter als auch mein Vater immer mit diversen Projekten – gelegentlich auch mal gemeinsam – als Unternehmer unterwegs. Ich kannte es gar nicht anders. Arbeiten war für mich noch nie nur Arbeiten. Geld verdienen, reich werden, Karriereleitern erklimmen war noch nie meins. Ich wollte mehr. Ich wollte einen Sinn – und ich wollte vor allem Spuren hinterlassen.

Idee, Ziele, Herausforderungen sammelte ich im Business Model Canvas

Was lag da näher, als sich selbstständig zu machen. 2015 war dann auch die richtige Idee da. Damals war ich 29 Jahre jung, saß am Strand von Phú Quốc (Vietnam) und dachte über die Richtung meines Lebens nach: etwas Eigenes machen, nochmal studieren oder eine Familie gründen? Ich wollte mich nicht entscheiden. Ich wollte alles! Ein kurzer Blick in das gegenwärtige Betreuungsangebot brachte die Ernüchterung. Mutter sein, während man arbeitet würde nicht einfach werden – zumal ich durch die räumliche Distanz (meine Eltern leben in der Nähe von Bremen) nicht mit der Unterstützung meiner Eltern rechnen konnte.

Es musste eine andere Lösung her. Gesagt – getan. Mit dem Rockzipfel fand ich ein spannendes Konzept, bei dem sich Mütter eine Fläche anmieteten und sich mit der Betreuung ihrer Kinder abwechselten. Ein Teil arbeitete, ein Teil betreute. Tatsächliche Arbeitszeit: drei Stunden pro Tag. Das war mir nicht genug. Zum einen wollte ich nicht nur einen Ort für Eltern, sondern auch einen Ort, wo ich mich auch mal einen Tag hinter meinen Job klemmen konnte.

Das grobe Konzept zu CoWorkPlay war geboren!

Aller Anfang ist schwer…

Das erste Konzept entstand an einem Businessmodell Canvas, welches damals als A2-Ausdruck am Schrank meines Arbeitszimmers hing. Beobachtet von einem Origami-Kranich als Glücksbringer, der in einer Ecke befestigt war, machte ich beim Zähneputzen, Aufräumen und Kochen meine Notizen, wog Probleme ab, hielt Ziele fest. Bei den ersten Schritten wurde ich von einem guten Freund begleitet. Als BWLer brachte er das nötige Zahlenwissen mit, welches mir fehlte. Nach nicht einmal einem Jahr verabschiedete er sich aber ins Angestelltendasein. Für mich zerbrach damals – zumindest für einen Moment – eine Welt. „RIP CoWorkPlay“ schrieb ich damals an meinen Freund und wollte schon aufgeben. Doch dafür war ich zu weit gekommen: der Businessplan war geschrieben, eine Immobilie war gefunden, die Kredite bei der Bank waren beantragt – ich wollte und konnte nicht mehr zurück!

Auf Facebook gab es eine Gruppe mit dem Namen „RheinMainStartups“, hier wurde alles Relevante rund um das Themen Gründung und Startups geteilt. Ein Versuch war es wert.

Ich schrieb eine Kontaktanzeige!

„Junge Gründerin mit einzigartigem Konzept sucht Partner“ – nicht einmal einen Tag später hatte ich eine Nachricht! Ich lernte den Company Builder black chili und meine künftige Partnerin Yvonne kennen.

Yvonne ist genau zehn Jahre älter als ich und trug bei unserem ersten Kennenlernen einen roten Blazer. Sie wirkte sehr souverän und taff – ich war sowohl beeindruckt als auch ein wenig eingeschüchtert. Recai, seines Zeichens Gründer der black chili, machte den Vorschlag: „Yvonne gründet mit dir!“. Es ging weiter mit CoWorkPlay!

Danach ging alles sehr schnell. Heute knapp zwei Jahre später schaue ich zurück und kann es kaum glauben, was die letzten Monate und Jahre passiert ist: Ende 2016 haben Yvonne und ich die Co-work & play GmbH gegründet. Im Januar 2017 haben wir mit einer berauschenden Feier und 250 Gästen die Türen zu CoWorkPlay Eastside aufgemacht. 2018 kam die zweite Etage am Standort Ost dazu. Und in nicht einmal einer Woche eröffnet mit CoWorkPlay MyZeil bereits der zweite Standort.

Am Montag geht es in die Planung für die Eröffnung, dann müssen die letzten Dinge wie Mülleimer, Teller und Handtücher für den neuen Standort gekauft werden und parallel läuft ja auch noch das Alltagsgeschäft mit den Coworkern und Veranstaltungen.

 

Die Tage eines Gründers sind lang, die Auszeiten kurz, die Anspannung immens.

Als Gründer lebst du auf der Überholspur – immer zwischen der Freude des Eigenen und der Angst, dass es morgen schon wieder vorbei sein kann. Euch macht das Angst? Ich kann nicht genug davon kriegen und kann es kaum erwarten mit Yvonne die Weltherrschaft anzugehen.

Bis zum nächsten Mal,
Eure Jana